In Kaster

Eine ganze Stadt wird tiefer gelegt – Führung durch Kaster

Am 30.07.2017 treffen sich unter der Führung von Laurenz Pingen 20 WanderInnen am Brunnenplatz zu einer Stadtführung durch Bedburg-Kaster. In Kaster erwartet uns bereits Herr Vogt vom Arbeitskreis Altstadt Kaster e.V., der uns heute sachkundig durch Bedburg-Kaster führen wird.

Am Agathator
Am Agathator

Wir passieren das Agathator aus dem 14. Jh. mit dem hl. Georg auf der einen und der hl. Agatha auf der anderen Seite. Die hl. Agatha, so Herr Vogt, ist das Pendant zum hl. Florian. Dank der hl. Agatha und der gut ausgebildeten Feuerwehr habe es noch nie einen Flächenbrand in Kaster gegeben.

Im Danielshof
Im Danielshof
Kaster lag 130 cm höher
Kaster lag 130 cm höher

Im Hof des Landhauses Danielshof, einem ehemaligen Gutshof, erklärt uns Herr Vogt, dass Kaster dem Braunkohleabbau geopfert werden sollte und es dazu vom Braunkohleausschuss 1954 einen rechtsgültigen Beschluss gab. Dank des damaligen Bürgermeisters, der die Bürger rebellisch machte und auch den Landeskonservator und den Kölner Regierungspräsidenten in das „Rettungsboot“ holte, konnte der Beschluss am 14.12.1954 rückgängig gemacht und Kaster so gerettet werden. Allerdings wurde bis zum Stadtrand von Kaster dann Braunkohle abgebaut. oftmals legte sich auf Kaster eine dicke Braunkohlenstaubschicht, die der Wind aus dem Tagebau über das Land trieb.

Durch den Tagebau und die enorme Absenkung des Grundwasserspiegels sank Kaster im Laufe der Zeit 1,30 Meter tiefer. Zum Glück gab es durch die unfreiwillige „Tieferlegung“ keine Schäden an den Häusern, was der günstigen Bodenbeschaffenheit zu verdanken ist.

Kreuzigungsgruppe
Kreuzigungsgruppe

Auf unserem Rundgang kommen wir an einer restaurierten Kreuzigungsgruppe vorbei. Dort ist sogar noch ein Ablassbrief zu lesen:

Wer vor diesem Kreuze 5 Vater unser, 5 Ave Maria und 5 Ehre sei dem Vater andächtig betet, gewinnt einen Ablaß von 5 Jahren“

Ablassbrief an der Kreuzigungsgruppe
Ablassbrief an der Kreuzigungsgruppe

Wir begeben uns in die historische St. Georg-Kirche mit der spätbarocken Ausstattung. Herr Vogt zeigt uns u.a. das Wappen der Stifter mit der Inschrift „Praenob. Marci Dackweiler satrapae et Christianae Hoffstats conjugum largitate“ (Durch die Großzügigkeit des edlen Vogtes Marcus Dackweiler und der Christina Hoffstats, Eheleute).

In St. Georg
In St. Georg
Stifter-Wappen in St. Georg
Stifter-Wappen in St. Georg

Mich interessiert natürlich vor allem die historische Orgel aus dem Ende des 18. Jh. der Firma Verschueren aus Heythuysen, deren 15 Register auf 2 Manuale und Pedal verteilt sind.

Historische Orgel in St. Georg
Historische Orgel in St. Georg

Ein Novum ist der moderne Kreuzweg, der nicht nur die üblichen 13 Stationen hat, sondern eine 14., die die Auferstehung darstellt.

Vierzehnte Kreuzwegstation in St. Georg
Vierzehnte Kreuzwegstation in St. Georg

Sogar ein historisches, saniertes Wohnhaus dürfen wir von innen bewundern.

Restauriertes und renoviertes Haus
Restauriertes und renoviertes Haus
Restauriertes und renoviertes Haus
Restauriertes und renoviertes Haus
Restauriertes und renoviertes Haus
Restauriertes und renoviertes Haus
An der Mühlenerft
An der Mühlenerft
Am Kasterer See
Am Kasterer See

Durch das Eulentor geht es hinüber über die Mühlenerft, wo wir Teile der alten Burgmauer sehen können. Einen Augenblick verweilen wir am  Kasterer See, bevor es durch das Erfttor wieder Richtung Landhaus Danielshof geht, wo wir uns bei Kaffee, Kuchen, Bier und Pizza auf die Rückfahrt nach Gey vorbereiten.

Im Danielshof
Im Danielshof

Vielen Dank an unseren Wanderführer Laurenz Pingen für die schöne Idee und die gute Organisation!

Und hier geht es zur Bildergalerie unseres Besuches der Altstadt in Bedburg-Kaster: Bilder von der Führung durch Alt-Kaster.

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