Der Rheinländer-Tisch

Feiern und Wandern – Zur Schlemmermeile nach Höchenschwand

So wie im vergangenen Jahr (siehe: „Siebenmeilenstiefel: Schlemmermeilen-Wandern in Höchenschwand“), so fahren auch in diesem Jahr wieder einige von uns in den Südschwarzwald nach Höchenschwand,  um zu wandern und auf der Schlemmermeile  zu feiern und zu schlemmen.

Warten auf den Bus in Menzenschwand
Warten auf den Bus in Menzenschwand

Unsere erste Wanderung geht mittwochs zum Feldberg, dem höchsten Berg des Schwarzwaldes. Die Autos stellen  wir auf dem großen Parkplatz in Menzenschwand ab und fahren mit Bus und Bahn dank Konus-Karte kostenlos  bis zum Feldberger Hof. Nach einem kurzen Besuch im Haus der Natur fahren wir mit dem Lift bis hinauf auf den Seebuck, einen von mehreren Gipfeln des Feldberg-Massivs.

Am Bismarckdenkmal
Am Bismarckdenkmal

Nach einem Foto am Bismarckdenkmal  geht es weiter auf dem Emil-Thoma-Weg durch das Moor im „Grüble“, wo gerade der schöne Blaue Sumpfstern, eine sehr seltene Enzianart, in voller Blüte steht. Auch das Sumpf-Herzblatt blüht zurzeit, während die Preiselbeeren bereits Früchte tragen.

Blauer Sumpfstern (Foto: Gérard Perrin)
Blauer Sumpfstern (Foto: Gérard Perrin)
Sumpf-Herzblatt
Sumpf-Herzblatt
Preiselbeeren
Preiselbeeren
Auf dem Felsenweg
Auf dem Felsenweg

Unten im Wald biegen wir auf den schwierigen Felsenweg ein, der uns mit schönen Aussichten belohnt. Zurück am Feldberger Hof, steigen wir weiter hinab durch das Menzenschwander Albtal bis zur Klause (Gletschermoräne). Dann geht es durch die schmale Schlucht an den Albfällen hinunter zum Gasthaus „Kuckuck“, wo wir eine kurze Einkehr halten. Noch einige hundert Meter und wir erreichen unsere Fahrzeuge, die uns nach der etwa 12 km langen Wandertour wieder nach Höchenschwand zurückbringen.

Klause (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Klause (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Albfall bei Menzenschwand
Albfall bei Menzenschwand
Im Dom zu St. Blasien (Foto: Gérard Perrin)
Im Dom zu St. Blasien (Foto: Gérard Perrin)
Sonnenuhr in St. Blasien (Foto: Gérard Perrin)
Sonnenuhr in St. Blasien (Foto: Gérard Perrin)

Der nächste Tag ist verregnet. Peter und Henry fahren umher und besichtigen Kirchen. Wir anderen unternehmen eine äußerst anstrengende Tour. Äußerst anstrengend nicht für die Beine, sondern für die Geldbörse. „Shoppen in St. Blasien“ ist der Titel der etwa 2 km langen Wanderung inklusive der obligatorischen Dom-Besichtigung. In einem Seitengang des Doms steht ein halb geöffneter Sarkophag. Der Inhalt gibt mir eine ungefähre Vorstellung davon, wie ich in einigen Jahrzehnten trotz aller Bemühungen aussehen werde. Ein Grund,  in Häusern noch eine ausgiebige Schnapsprobe über uns und unsere Geldbörsen ergehen zu lassen.

Am Grenzgänger
Am Grenzgänger

Am Freitag regnet es etwas weniger. Wir fahren nach Waldshut und besichtigen die romantische Altstadt. Anschließend gehen wir hinunter zur Rheinpromenade und laufen bis in die Schweiz nach Koblenz, wo die Aare (nicht die Mosel!) in den Rhein mündet.

Am Erlebnisbrunnen in Waldshut
Am Erlebnisbrunnen in Waldshut
Stadttor in Waldshut (Foto: Gérard Perrin)
Stadttor in Waldshut (Foto: Gérard Perrin)
Aare-Mündung bei Koblenz (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Aare-Mündung bei Koblenz (Foto: Heinz-Dieter Hannes)

Peter und Henry machen einen Kurztrip zum „Spotting“ (Flugzeug-Fotografie) nach Zürich-Klothen.

"Spotter" in Zürich-Klothen (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
„Spotter“ in Zürich-Klothen (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
A380 in Zürich-Klothen (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
A380 in Zürich-Klothen (Foto: Heinz-Dieter Hannes)

Ansonsten steht der Samstag  ganz im Zeichen der Schlemmermeile. Außerdem hat Resi Geburtstag. Zum Freibier-Fassanstich treffen pünktlich die Staffelläufer aus Arradon, der französischen Partnergemeinde von Höchenschwand ein. Mehr als 1000 km haben sie zurückgelegt. 

Geburtstagsfrühstück (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Geburtstagsfrühstück (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Das Geburtstagskind (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Das Geburtstagskind (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Geburtstags-Bescherung auf der Schlemmermeile
Geburtstags-Bescherung auf der Schlemmermeile
Geburtstags-Bescherung auf der Schlemmermeile
Geburtstags-Bescherung auf der Schlemmermeile
Die Staffelläufer aus Arradon treffen ein
Die Staffelläufer aus Arradon treffen ein
Die Staffelläufer aus Arradon treffen ein
Die Staffelläufer aus Arradon treffen ein

Die Eröffnungsreden werden vom Tourismus-Chef Sebastian Stiegeler, dem Vorsitzenden des Kurvereins Wolfgang Heinen und der Bürgermeister-Stellvertreterin Eva Jenzen-Georgii gehalten. Die Stimmung ist ausgesprochen gut und die französischen Gäste tanzen wie der Teufel.

Wolfgang Heinen bei der Eröffnungsrede
Wolfgang Heinen bei der Eröffnungsrede
Eva Jenzen-Georgii vetritt heute den Bürgermeister
Eva Jenzen-Georgii vetritt heute den Bürgermeister
Sebastian Stiegeler sucht ein Opfer für den Fassanstich
Sebastian Stiegeler sucht ein Opfer für den Fassanstich
Arradon sorgt für Stimmung
Arradon sorgt für Stimmung
Arradon sorgt für Stimmung
Arradon sorgt für Stimmung
Tanzen bis der Arzt kommt
Tanzen bis der Arzt kommt
Tanzen bis der Arzt kommt
Tanzen bis der Arzt kommt
Tanzen bis der Arzt kommt
Tanzen bis der Arzt kommt
Tanzen bis der Arzt kommt
Tanzen bis der Arzt kommt

Ich selbst habe alle Hände voll zu tun, um die vielen Bekannten und Freunde in Höchenschwand zu begrüßen und trotz Freibier nicht dem Alkohol zu verfallen, denn ich muss bis zum Abend noch fahrfähig bleiben.

Meine Kolpingsfamilie und der kath. Kirchenchor haben wieder einen großen Trödelstand aufgebaut. Ein Teil des Erlöses wird an die Straßenkinder nach La Paz in Bolivien gehen, wo der Bruder unseres Geyer Pastors Neuenhofer wirkt (sihe: „Frank Elstner, Padre José (Pfarrer Josef Neuenhofer) und die Straßenkinder von La Paz“ und „Borussia Mönchengladbach, Höchenschwand und die Straßenkinder von La Paz: Ein Wochenende mit Padre José„).

Trödelstand von Kirchenchor und Kolping-Familie
Trödelstand von Kirchenchor und Kolping-Familie
Ein Hut vom Trödelmarkt
Ein Hut vom Trödelmarkt
Zander-Geröschteltes
Zander-Gröschteltes

Mittags probieren wir das uns von Heidi, der guten Seele der Pension Linde, empfohlene „Zander-Gröschtelte“. Auch das Gulasch im ausghöhlten Steinofenbrot ist köstlich. Ich persönlich freue mich allerdings am meisten auf das Spanferkel zum Abendessen.

Im Tiefenhäuserner Moor
Im Tiefenhäuserner Moor

Wir gönnen uns aber erst einmal eine kleine Schlemmermeilen-Pause und fahren ein paar Kilometer Richtung Süden, um eine Runde durch das Tiefenhäuserner Moor zu drehen, wo die Stendelwurz, eine Orchidee, gerade im Verblühen ist. Der Sonnentau befindet sich schon im Fruchtstand und vereinzelt finden wir auch noch Moosbeeren.

Abends auf der Schlemmermeile (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Abends auf der Schlemmermeile (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Feuerwerk auf der Schlemmermeile (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Feuerwerk auf der Schlemmermeile (Foto: Heinz-Dieter Hannes)

Abends geht es wieder auf die Schlemmermeile. Im Gegensatz zum vorigen Jahr ist es heuer recht kühl. Warme Kleidung ist angesagt. Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch. Um 23 Uhr beginnt das große Schlemmermeilen-Feuerwerk. Inzwischen haben sich auch Rita und Matthias, unsere Heppenschwander Freunde zu uns gesellt. Nach dem Höhenfeuerwerk lade ich unsere Truppe ein, mit an Hennings Bar zu gehen. Das habe ich Henning versprochen. Um unsere Promille auf ein höchstmögliches Niveau zu katapultieren, trinken wir das leckere Spezialgetränk „Wodka-Karamel“. Dann haben wir genug …

Während die anderen direkt von der Schlemmermeile aus in ihre Betten in der Linde und der Dorfschmiede fallen können, begleiten uns Rita und Matthias noch bis nach Hause, also bis quasi zum Ende des Dorfes.

Am Sonntag besuchen einige von uns die Messe in St. Michael.  Danach macht sich ein Trupp auf, um den Felsenweg in Höchenschwand zu begehen.

Felsenweg in Höchenschwand (Foto: Gérard Perrin)
Felsenweg in Höchenschwand (Foto: Gérard Perrin)
Am Wolfspfad in Höchenschwand (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Der neue Wolfspfad (Foto: Heinz-Dieter Hannes)

Nachmittags treffen wir uns wieder alle auf der Schlemmermeile, die wir bis zum bitteren Ende auskosten. Die Trachtenkapelle Höchenschwand spielt auf und Rita und Matthias treffen wir auch wieder.

Trachtenkapelle Höchenschwand
Trachtenkapelle Höchenschwand
Der Rheinländer-Tisch
Der Rheinländer-Tisch

Am Montag gilt es, die angelegten Fettreserven wieder loszuwerden. Wir fahren zur Wutachmühle. In Bonndorf machen wir beim Fabrikverkauf „Adler“ halt, um uns mit Schwarzwälder Schinken einzudecken.

Wutachmühle (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Wutachmühle (Foto: Heinz-Dieter Hannes)

Von der Wutachmühle aus beginnen wir unsere Wanderung durch die Wutachschlucht. Wegen eines Erdrutsches war sie im vorigen Jahr teilweise gesperrt. Nun hat man um diese gefährliche Stelle herum zwei Behelfsbrücken gebaut. Und so können wir endlich den sehenswerten, aber schwierig zu begehenden Wiedereintritt der Wutach queren. Über den Rümmelesteg bis zur Felsengalerie kämpfen wir uns vor, um dort eine ausgiebige Pause zu machen. Resi hat in der Dorfschmiede Laugenbrez’n gekauft und verteilt sie zusammen mit dem Adler-Schinken. Vielen Dank, Resi!

Erdrutsch-Behelfsbrücke
Erdrutsch-Behelfsbrücke
Erdrutsch Wutaschschlucht
Erdrutsch
Am Wiedereintritt (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Am Wiedereintritt (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Pause an der Galerie
Pause an der Galerie
Pause an der Galerie
Pause an der Galerie
Storchenschnabel
Storchenschnabel
Blauer Eisenhut
Blauer Eisenhut
Großer Pestwurzrüssler
Großer Pestwurzrüssler

Zurückkehren zur Wutachmühle oder weiterwandern bis zur Schattenmühle – das ist die große Frage des Tages. Wir wissen nämlich nicht, ob von der Schattenmühle aus bei unserer Ankunft noch ein Bus Richtung Wutachmühle zu unseren Autos fährt. Nach einer Weile steht der Entschluss fest: Alle sind risikobereit und  wollen  weiterwandern. Dafür sehen wir auch viel: Weißen und Blauen Eisenhut, Storchenschnabel, den Großen Pestwurzrüssler, Schmetterlinge wie den Kaisermantel, den Mohrenfalter und den Kleinen Eisvogel und genießen natürlich die herrliche Landschaft!

Kapelle des ehemaligen Bad Boll
Kapelle des ehemaligen Bad Boll

Am Standort des ehemaligen Bad Boll stehen Informationstafeln, die uns über die Geschichte aufklären. Der Ort, von dem nur noch die Kapellen-Ruine steht, wurde von den Engländern im 19. Jh. erbaut. Die Engländer waren die ersten, die die Wutachschlucht in weiten Bereichen für den Tourismus erschlossen haben.  

Zu den Highlights der Wanderung zählen zweifelsohne auch die Wasserfälle, die uns besonders bei der heutigen Hitze eine schöne Abkühlung bringen.

Hinter dem Wasserfall
Hinter dem Wasserfall
Abkühlung am Wasserfall
Abkühlung am Wasserfall
Schattenmühle (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Schattenmühle (Foto: Heinz-Dieter Hannes)

Nach etwa 16 km Wanderung erreichen wir um 17:33 Uhr an der Schattenmühle noch den letzten Bus, der uns zu unseren Autos an der Wutachmühle bringt.

Handwerkerhock an der Dorfschmiede (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Handwerkerhock an der Dorfschmiede (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Handwerkerhock an der Dorfschmiede
Handwerkerhock an der Dorfschmiede
Handwerkerhock an der Dorfschmiede
Handwerkerhock an der Dorfschmiede

Um 20 Uhr sitzen wir dann wieder beim „Kirner“ (Dorfschmiede), wo traditionell montags der Abschluss der Schlemmermeile, der sogenannte „Handwerkerhock“ gefeiert wird. Ich habe viel Angst um meine heute verloren gegangenen Fettreserven und esse erst einmal 3 Steaks. Unglaublich viel Spaß gibt es an diesem Abend. Wir haben alle lange nicht mehr so viel gelacht, geschunkelt und gesungen: „Ruut, ruut , ruut, ruut sinn de Ruuse“ singen wir, „Rot, rot, rot, rot sind die Rosen“ singen die anderen Gäste. Das geht aber unter, weil wir Rheinländer dank der Erzeugnisse der Rothaus-Brauerei noch viel lauter als sonst singen können. Besonders die rheinische Soloeinlage „Jo-joo, jo-joo, nä-nää, nä-nää“!

Ruut, ruut , ruut, ruut sinn de Ruuse
Ruut, ruut , ruut, ruut sinn de Ruuse
Jo-joo, jo-joo, nä-nää, nä-nää
Jo-joo, jo-joo, nä-nää, nä-nää

Erika und ich bleiben noch einige Tage in Höchenschwand, aber von den Anderen gilt es am Dienstag, Abschied zu nehmen. Die Autofahrer müssen sich auf Staus und die Zugfahrer auf eine Umsteige-Odyssee einrichten, denn ein Teil der Zugstrecke ist bei Rastatt wegen eines eingestürzten Tunnels und der darüber abgesackten Gleise voll gesperrt.

Nachdem ich die Zugfahrer am Bahnhof in Seebrugg verabschiedet habe, fahre ich nach Moos an den Bodensee, wo ich die seltenen Moorenten und den Fischadler fotografiere. Den Bericht darüber findest Du hier: Ohne Moos nix los – Moorente und Fischadler am Bodensee

Und hier kannst Du noch mehr Bilder vom diesjährigen Schlemmermeilen-Trip sehen: Bilder von den Wanderungen und der Schlemmermeile 2017 in Höchenschwand

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