Kirmesorgel

Musik liegt in der Luft – Besuch der Privatsammlung Jacobi in Köln

Musik liegt in der Luft – nicht nur ein bekanntes Lied von Caterina Valente, sondern ein echtes Erlebnis, dass wir (17 Mitglieder unseres Vereins) heute, am 22. Februar 2015 beim Besuch der Privatsammlung Jacobi haben dürfen. Denn hier ist aus drei Jahrhunderten alles zusammengetragen worden, was (automatisch) Musik macht. Von der Spieldose über Grammophone, Radios, elektrische Klaviere, Drehorgeln bis zu Orchestrions. Alles ist restauriert und spielbereit.

Um 13:00 Uhr treffen wir uns am Brunnenplatz in Gey und fahren zum Bahnhof nach Düren, wo wir die S-Bahn Richtung Köln besteigen. Am Halt „Köln-Müngersdorf Technologiepark“ steigen wir aus. Bis zu unserem Ziel in der Linnicher Straße 54a müssen wir noch einige Minuten zu Fuß gehen.

Ankunft in Köln
Ankunft in Köln
Vor der Privatsammlung Jacobi
Vor der Privatsammlung Jacobi

 

 

 

 

 

Sektempfang
Sektempfang

Uns empfängt Musik aus einer Kirmesorgel. Und uns empfangen Frau Jacobi und Herr Scharl mit einem Begrüßungstrunk. Frau Jacobi, eine nette Schweizerin, ist die Witwe von Rolf Jacobi, der die Exponate seit seiner Jugend zusammengetragen hat und „nebenher“ Mitinhaber des großen Kölner Modehauses Jacobi war. Frau Jacobi hat die Sammelleidenschaft ihres Mannes tatkräftig unterstützt. Herr Scharl ist der Kurator der Sammlung und wird uns heute durch das Privatmuseum führen.

Ich frage Herrn Scharl, ob wir fotografieren dürfen und ob er etwas gegen die Veröffentlichung der Fotos auf unserer Website hat. „Sie dürfen alles.“ ist die Antwort. Vielen Dank, Herr Scharl!

Drohnen
Drohnen

Bevor wir das Privatgrundstück von Frau Jacobi betreten, entdecken wir hoch in der Luft zwei Drohnen. Ob die uns wohl beobachten?

 

Vor dem Eingang zur Privatsammlung Jacobi
Vor dem Eingang zur Privatsammlung Jacobi

 

Auf dem Grundstück Jacobi
Auf dem Grundstück Jacobi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einführung in die Musikautomaten
Einführung in die Musikautomaten

 

Musikautomaten
Musikautomaten
Vortragsbeginn
Vortragsbeginn

Drinnen werden wir fast erschlagen von der Menge und der Vielfalt der Musikautomaten. Herr Scharl beeindruckt uns mit seinem Fachwissen und seiner Begeisterung für die Ausstellungsstücke.

Unzählige Tonträger, wie Stiftscheiben, Lochscheiben, Stiftwalzen, Lochwalzen, Lochkarten und Lochbänder, Schellackplatten usw. sind auf Regalen aufgereiht oder sind spielbereit auf ihren Automaten aufgelegt.

 

Lochplatten
Lochplatten
Lochplatten
Lochplatten

 

 

 

 

 

Lochplatten
Lochplatten

 

 

Erklärung der Lochscheibe
Erklärung der Lochscheibe

 

Erklärung der Lochscheibe
Erklärung der Lochscheibe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Musikautomat
Musikautomat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erklärung der Lochscheibe
Erklärung der Lochscheibe

 

 

"Plattenspieler"
„Plattenspieler“
Spielkasten
Spielkasten

 

 

 

 

 

Symphonions
Symphonions

 

 

Symphonion
Symphonion
Symphonion
Symphonion

 

 

 

 

 

Symphonion
Symphonion

 

 

Spieldose
Spieldose

 

 

 

 

 

 

 

Burg der Jacobis
Burg der Jacobis

Ein Bild an der Wand stellt die Burg dar, die der Familie Jacobi gehört. Herr Scharl erklärt uns, wie groß die Probleme sind, die man als Besitzer solch einer Immobilie hat. Z.B. kann das Heizöl nicht mit dem großen Lastzug zur Burg transportiert werden, sondern wird vorher in kleinere Tankfahrzeuge umgefüllt, die den schmalen Weg zur Burg befahren können. Am Ende sind wir alle froh, dass wir uns keine solche Burg leisten können…

Musik-Hocker
Musik-Hocker

Eine wunderschöne kleine Sitzgruppe birgt ein Geheimnis: Wenn man sich setzt oder etwas auf dem Tischchen abstellt, ertönt Musik. Die Sitzflächen lassen sich hochklappen, und darunter verbirgt sich der Musik-Mechanismus.

Musik-Hocker
Musik-Hocker

 

Spiel-Tisch
Spiel-Tisch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spiel-Uhr
Spiel-Uhr

 

Hier macht alles Musik – selbst die Armbanduhr von Herrn Scharl.

 

 

 

Bilderuhr
Bilderuhr

 

 

Ein Uhren-Bild von 1870 lässt sich hochklappen, darunter ebenfalls ein Walzenspielwerk.

Bilderuhr
Bilderuhr

 

 

 

 

 

 

DDR-Spieldosen
DDR-Spieldosen
Karfreitags-Schnarre
Karfreitags-Schnarre

 

Spieldosen aus der ehemaligen DDR sind ebenso vertreten, wie eine Schnarre, die zu Karfreitag „gespielt“ wird. Ein ohrenbetäubender, grausamer Klang!

 

Methodisten-Orgel
Methodisten-Orgel

Eine „Methodisten-Orgel“, deren Tonerzeugung mit durchschlagenden Metallzungen geschieht und sich deshalb wie ein Harmonium anhört. Allerdings braucht der Spieler nur zu kurbeln. Die Melodie wird durch eine Stiftwalze gesteuert. Das Gerät wurde bei den Methodisten vielfach als Harmonium-/Orgel-Ersatz verwendet.

Strickliesel
Strickliesel

In einem Raum sind vor allem Puppen und Tiere mit Spielwerken zu sehen. Eine Puppe strickt, ohne dass der Schal länger wird. Ein Equilibrist von 1875 soll lt. Herrn Scharl soviel Wert sein, wie eine Eigentumswohnung im Vorgebirge.

 

 

Equilibrist
Equilibrist

 

Herr Scharl führt uns auch seine Marotten vor.

Marotte
Marotte
Marotten und Puppen
Marotten und Puppen

 

 

 

 

 

Einer von 450 Stichen mit Drehorgel
Einer von 450 Stichen mit Drehorgel

Viele Räume und Anbauten befinden sich auf dem Grundstück der Jacobis. Wir werden in die Räumlichkeiten geführt, in denen vor allem Leierkästen/Drehorgeln und Uhren zu sehen sind. An den Wänden befinden sich insgesamt etwa 450 alte Stiche. Auf jedem dieser Bilder ist irgendwo ein Leierkasten zu sehen.

Einer von 450 Stichen mit Drehorgel
Einer von 450 Stichen mit Drehorgel

 

Wie bei Edgar Wallace
Wie bei Edgar Wallace

 

 

In einem schmalen Flur hängt ein Uhren-Bild, das mich an alte Edgar-Wallace-Filme erinnert: Die Augen des abgebildeten Mannes bewegen sich im Bild.

 

 

 

Nicht nur Wanderführer, sondern auch Leierkastenmann
Nicht nur Wanderführer, sondern auch Leierkastenmann
Herr Scharl an der Drehorgel
Herr Scharl an der Drehorgel

 

 

 

 

 

 

 

Unser Wanderführer darf zwei Lieder auf dem Leierkasten spielen. Natürlich lässt auch Herr Scharl es sich nicht nehmen, uns seine Virtuosität am Leierkasten zu beweisen.

Musurgia universalis von Athanasius Kircher
Musurgia universalis von Athanasius Kircher

Auf einem Tisch liegt das Original des berühmten aber äußerst seltenen Buches „Musurgia universalis“ des Universalgelehrten Athanasius Kircher. Ein Buch aus dem Jahr 1650! Der Heimat-, Wander- und Verkehrsverein Gey-Straß e.V. hat keine Kosten und Mühen gescheut, dir dieses Buch zur Verfügung zu stellen – als PDF:

Musurgia universalis als PDF hier herunterladen

Lampengehäuse der Postkutsche nach Ipswich
Lampengehäuse der Postkutsche nach Ipswich

 

Wir wechseln das Gebäude, um die größeren Instrumente zu besichtigen. Die Lampengehäuse draußen an der Treppe sind Originale der alten Postkutsche nach Ipswich.

 

 

 

 

Orchestrion "Violina" Modell B von Hupfeld
Orchestrion „Violina“ Modell B von Hupfeld
Orchestrion "Violina" Modell B von Hupfeld
Orchestrion „Violina“ Modell B von Hupfeld

 

 

 

 

 

 

Orchestrion "Violina" Modell B von Hupfeld
Orchestrion „Violina“ Modell B von Hupfeld
Orchestrion "Violina" Modell B von Hupfeld
Orchestrion „Violina“ Modell B von Hupfeld

Herr Scharl erzählt uns einige Anekdoten darüber, wie einzelne Sammlungsstücke in den Besitz von Herrn Jacobi gelangt sind. Z.B. das Orchestrion „Violina“ Modell B der Firma Hupfeld, das in einer Kneipe stand und den Platz für einen geplanten Tisch wegnahm. Für wenig Geld wechselte das Instrument in die Privatsammlung Jacobi, weil der Wirt froh war, den Kasten los zu werden. Ein unglaublich wertvolles Instrument, das es nur noch 120 mal weltweit gibt und das Herr Jacobi seinerzeit dem Deutschen Museum vor der Nase wegschnappte. Dieses Instrument wurde als „achtes Weltwunder“ bezeichnet, denn es gelang der Firma Hupfeld nicht nur die Geigen automatisch zu spielen, sondern diese auch noch mit dem Klavier zu kombinieren.

 

 

 

Welte Reproduktions-Klavier
Welte Reproduktions-Klavier
Lochstreifen (Noten-/Klavierrollen) für Welte Reproduktions-Klavier
Lochstreifen (Noten-/Klavierrollen) für Welte Reproduktions-Klavier

Eine weitere Besonderheit ist das Reproduktions-Klavier der Firma Welte aus Freiburg im Breisgau. Welte hatte ein Aufnahmeverfahren für Musikautomaten entwickelt, das nicht nur Tonhöhe und Tondauer reproduzieren konnte, sondern auch Dynamik und Agogik. Das machte es erstmals möglich, die spieltechnischen Eigenheiten unterschiedlicher Interpreten zu konservieren und entsprechend über Lochstreifen aus Papier wiederzugeben. Abspielgeräte und die entsprechenden Lochstreifen (Noten-/Klavierrollen) der Aufnahmen existieren noch. Allerdings sind die Aufnahmegeräte nicht mehr vorhanden und niemand weiß heute, wie die Firma Welte diese Aufnahmen zustande gebracht hat.

 

Grammophon
Grammophon

 

Grammophon
Grammophon

Schließlich werden wir noch in Räumlichkeiten geführt, in denen jede Menge Grammophone, Tonbandgeräte, Tondrahtgeräte, Schallbandgeräte, Radios usw. zu sehen sind.

 

Edison-Grammophon
Edison-Grammophon
Reisegrammophon
Reisegrammophon

 

 

 

 

 

Violine
Violine
Volksempfänger
Volksempfänger

 

 

 

 

 

Tondrahtgerät
Tondrahtgerät
Schallband-Abspielgerät
Schallband-Abspielgerät

 

 

 

 

 

Kollektion Jacobi
Kollektion Jacobi

Herr Scharl zeigt uns auch Musterkollektionen, wie sie früher von Außendienstlern des Modehauses Jacobi zu den Kunden mitgenommen wurden.

 

 

Nach mehr als zwei Stunden war die Führung, die normalerweise ca. 1 1/4 Stunde dauert, beendet. Die 5,– Euro Eintritt haben sich wirklich gelohnt!

Hier geht’s zur Bildergalerie: Bilder vom Besuch der Privatsammlung Jacobi

Ende der Führung
Ende der Führung

 

 

 

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3 Gedanken zu „Musik liegt in der Luft – Besuch der Privatsammlung Jacobi in Köln“

  1. Hallo lieber Ronald,
    als wäre ich selber dabei gewesen, so haben mich die Fotos und
    Kommentare beeindruckt. Auf einer Skala von 0 – 10 bekommst
    Du von mir 10 Punkte. Viel Arbeit, die sich aber doch immer
    wieder lohnt. Bis zum nächsten Event verbleiben
    Katharina&Klaus aus Kreuzau.

    1. Liebe Katharina, lieber Klaus,
      vielen Dank für euren schönen Kommentar! Websites brauchen Kommentare. Deshalb freue ich mich besonders über euch als fleißige Kommentatoren. Ja, es ist sehr viel Arbeit. Insbesondere das Einbinden der Bilder und eventuelle zusätzliche Recherchen. Ein kompletter 16-Stunden-Tag geht da schon drauf. Normalerweise lasse ich so einen Bericht auch noch von Erika (manchmal auch von Lydia) Korrektur lesen. Habe ich diesmal nicht machen lassen. Hoffentlich sind nicht allzu viele Fehler drin.
      Ich hoffe auch, dass wir uns beim nächsten Event gesund wiedersehen.
      Liebe Grüße
      Ronald

      1. Bei Fehlern kenne ich mich aus, auch bei mir schleichen sich
        schon mal Kleinigkeiten ein; nicht so schlimm, wir sind ja
        alle fehlerbehaftete Menschen und keiner ist davon ausgenommen. Bleib bei der Stange und mach weiter so.
        Bis dahin, Katharina&Klaus.

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