Vor dem LVR-Industriemuseum Euskirchen (Foto: Maria und Laurenz Pingen)

Wo Kuchen kein Kuchen ist – LVR-Industriemuseum Kuchenheim

Heute ist wieder eine Besichtigung angesagt. Zehn interessierte Mitglieder machen sich auf den Weg zum LVR-Industriemuseum Kuchenheim nach Euskirchen.

Damit für unseren Internet-Auftritt fotografiert werden darf, wird eine Genehmigung benötigt, die uns auch erteilt wird.

Das LVR-Industriemuseum war ursprünglich eine Papierfabrik, die Mitte des 19. Jh. in eine Tuchfabrik umgewandelt wurde. Die Tuchfabrik Müller produzierte vornehmlich Tuche für den öffentlichen Dienst (Post, Bahn, Militär usw.). Während des Ersten Weltkrieges wurden viel Militärtextilien benötigt, weshalb die Tuchfabrik 1917 bis zu 40 Arbeiter beschäftigte.

Wolferei (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Wolferei (Foto: Heinz-Dieter Hannes)

Das Tuch wurde in der Walkmaschine von 220 cm auf 150 cm reduziert. Durch die Behandlung mit Karden wurde der Stoff wasserdicht gemacht. Das Färben der Wolle geschah in der Küpe. Die gebrauchte Lauge wurde im Erftmühlenbach entsorgt, der aber später so schmutzig war, dass die Reinigung sehr aufwändig wurde.

In der Fabrik wurde auch Kuchen hergestellt. Der Kuchen wird in der Krempelmaschine erzeugt. Es ist die Vorstufe zum Spinnen.

Krempelei (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Krempelei (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Vorgarnherstellung (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Vorgarnherstellung (Foto: Heinz-Dieter Hannes)

1961 wurde die Fabrik geschlossen. In der Hoffnung, die Produktion irgendwann wieder aufnehmen zu können, wurde alles unverändert gelassen. Der Sohn von Ludwig Müller wohnte auf dem Fabrikgelände. Er kannte sich überall aus und konnte auch alle Maschinen bedienen.

Die Hoffnung auf Wiederaufnahme der Produktion erfüllte sich aber nicht, weshalb die Tuchfabrik fast dreißig Jahre nach ihrer Schließung, die Tuchfabrik vom Landschaftsverband Rheinland aufgekauft und zum Industriemuseum Kuchenheim umgestaltet wurde.

Wir werden von unserer Museums-Führerin durch die einzelnen Stationen der Produktion geführt:

  • Wolferei – Lockerung und Vermischung der Wolle
  • Färberei – Färben der Wolle
  • Krempelei – Herstellung von Vorgarn (Kuchen)
  • Spinnerei – Garnherstellung aus dem Kuchen
  • Webvorbereitung – Zwirnen, Kettscheren, Webkette
  • Weberei – Herstellung des Gewebes
  • Nassappretur – Waschen, Walken
  • Stückfärberei – Färben des Tuches
  • Trockenappretur – Endbehandlung des Tuches
  • Endkontrolle – Hängevorrichtungen, Nopperei-Tischen

Gegen 12:30 Uhr besichtigen wir die Nebengebäude und das Tuchlager der Fabrik. Danach geht es in die Caféteria, um uns von der ersten Besichtigungsrunde zu erholen und für die zweite mit richtigem Kuchen zu stärken.

Dampfkessel (Foto: Maria und Laurenz Pingen)
Dampfkessel (Foto: Maria und Laurenz Pingen)

45 Minuten später bewundern wir im Maschinen- und Kesselhaus Dampfmaschine, Schwungräder, Hauptantriebswelle und Dampfkessel.

Pepita-Virus (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Pepita-Virus (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Alles Pepita (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Alles Pepita (Foto: Heinz-Dieter Hannes)

Danach besuchen wir noch die Sonderausstellung im LVR-Industriemuseum „Das Pepita-Virus“. Während für unsere Herren eher die Technik faszinierend ist, ist für die Frauen diese Sonderausstellung das Highlight.

Insbesondere der Schauraum mit Pepita-Kleidungsstücken zum Anprobieren ist der Renner und wird von den Damen ausgiebig für eine Art Modenschau genutzt. Die Herren sind üblicherweise keine Umkleide-Fans. Ihnen genügt es, mal ein Pepita-Hütchen aufzusetzen.

Pepita-Modenschau (Foto: Heinz-Dieter Hannes)
Pepita-Modenschau (Foto: Heinz-Dieter Hannes)

Gegen 15:00 Uhr treten wir die Rückreise nach Gey an.

Vielen Dank an unsere Wanderführerin Maria Pingen für diese schöne Idee und den schönen Tag!

Anmerkung: Der Text wurde aus den Aufzeichnungen von Maria Pingen und Heinz-Dieter Hannes erstellt.

Hier geht’s zur Bildergalerie: Bilder vom LVR-Industriemuseum während der Besichtigung.

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